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Phobie
Experiment
(Pawlowsches
Experiment)
Phobieliste
| Phobien | Experiment
Ich
möchte Ihnen an einem einfachen Experiment zeigen,
wie schwer es ist, eine Angst, die durch Prägung
entstanden ist, zu überwinden oder zu besiegen.
Überwinden
werden Sie gleich besser verstehen.
Stellen
Sie sich vor, wir haben einen Käfig in der nachstehenden
Art. Er ist von einem hohen Zaun eingegrenzt und in
der Mitte ist eine hohe Mauer, über die der Hund
nicht sehen kann. Im Boden der beiden Käfighälften
sind Metallflächen für einen Elektroschock
eingebaut. Auf der Mauer ist ein Warnlicht angebracht.
Die roten Punkte rechts sind die Schalter, um den Strom
einzuschalten.

Der
Hund ist noch nicht conditioniert und hat bisher keine
Angst. Wir kommen zum Experiment:
1.)
Wir schicken nun einen Elektroschock in den Teil, wo
der Hund derzeit ist. Gleichzeitig leuchtet die Lampe
auf der Mauer links auf. Der Hund bekommt den Stromstoß,
will flüchten und springt letztlich über die
Mauer, um dem Schmerz zu entkommen.
2.)
Wir schicken nun wie eben den Stromstoß in den
Teil wo der Hund ist und schalten kurz vorher die Warnlampe
ein. Diesen Versuch führen wir nun 20 mal durch.
Fazit:
Der Hund hat gelernt, daß er dem Schmerz entkommt,
wenn er über die Maur springt. Er hat auch gelernt,
daß die Lampe jedesmal anzeigt, wenn gleich der
Stromstoß kommt. Zum Schluß ist der Hund
schon gesprungen, wenn die Lampe aufleuchtet, und ist
so völlig dem Schmerz entkommen. (Vermeidung)
Der
Hund hat jetzt gelernt, mit einer Angst zu leben. Er
ist conditioniert und würde immer über eine
Mauer springen, wenn darauf eine Lampe aufleuchten würde.
3.)
Nun verwenden wir den Elektroschock nicht mehr. Wir
schalten die Lampe ein und der Hund springt.
4.)
Wir bauen nun sogar den Elektroschock aus und verwenden
nur noch die Lampe. Der Hund springt beim Aufleuchten
der Lampe sofort. Dieses Verhalten kann er selbst
nicht mehr ablegen!
Der
Hund wird immer springen, wenn die Lampe auf der Mauer
aufleuchtet.
Sie
haben nun die Aufgabe, dem Hund zu erklären, daß
er die Lampe nicht mehr beachten braucht, und daß
er auch nicht mehr springen muß, weil keine Stromstöße
mehr kommen. Sie bekommen so einen Einblick, welche
Arbeit bei Phobiepatienten zu leisten ist.
Machen
Sie einen Vorschlag, was Sie tun würden, um den
Hund von dieser Phobie zu heilen. Vorschläge wie
"ich baue die Lampe ab" oder "ich
würde ihn aus dem Käfig lassen" sind
nicht möglich. Niemand kann Brücken abbauen,
weil er Angst davor hat, und niemand kann diese Welt
verlassen, um die Angst aufgeben zu können. Das
Problem muß innerhalb der Versuchsanordnung dauerhaft
gelöst werden.
Viel
Spaß
Auflösung:
Sie müssen den Hund daran hindern, zu springen.
Dafür erhöhen Sie die Mauer. Der Hund wird
nun immer wieder versuchen zu springen, und wird irgendwann
erschöpft aufgeben. Die Lampe leuchtet immer wieder
auf. Nach einiger Zeit zuckt er noch, aber er bemerkt,
daß er keinen Stromschlag bekommt.
Natürlich
wird er auch nach langer Zeit noch leicht reagieren,
wenn die Lampe leuchtet. Aber springen wird er nicht
mehr.
Bei
der Therapie von Phobien muß sich der Betroffene
der Situation stellen. Nur so kann er herausfinden,
ob der Grund für seine Angst bereits beseitigt
ist.
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